Mit dem Camper nach Hamilton, durch die Bay of Plenty & Rotorua
Nachdem Christiana in Hamilton (2 Stunden südlich von Auckland) einen Termin für ein Interview hat, verbinden wir das Angenehme mit dem Nützlichen und hängen einen Urlaub dran. Aber es soll kein normaler Urlaub im schicken Hotelzimmer werden, sondern back to the roots: Ein Urlaub im Camper wie es sich für Neuseeland gehört! Chrisi und ich sind diesbezüglich schon alte Hasen, aber für Noah ist es eine gänzlich neue Erfahrung. Um es gleich vorweg zu nehmen: Er liebt es! 😉
Nachdem das Interview für 13 Uhr angesetzt ist, machen wir uns in aller Früh auf den Weg. Die Fahrtzeit beträgt inklusive Kaffeepause ca. 2,5 Stunden und wir kommen überpünktlich an der Uni in Hamilton an. Noah und ich nutzen die Zeit für ein gemütliches Frühstück und einen Spielplatzbesuch in den Hamilton Gardens.
Die Hamliton Gardens sind eine riesige Parkanlage, in der jedem Heimgärtner das Herz höher schlägt. Es werden Gärten aus allen Teilen der Welt präsentiert, beispielsweise aus Indien, Italien, England, Neuseeland, etc.! Und der Eintritt ist auch noch frei…
Die Tour durch die Gärten macht hungrig und deshalb essen wir in einem Lokal in der Nähe des Waikato River, bevor es weiter nach Tauranga in der Bay of Plenty geht. Eigentlich ist ab Hamilton der Forgotten World Highway geplant, aber nachdem es Chrisi nicht sonderlich gut geht und Noah mit seinem Kindersitz nicht wirklich zufrieden ist, sparen wir und die 150km lange Fahrt über Berg und Tal.
In Tauranga finden wir am späten Abend – nur ein paar Minuten bevor der Security das Einfahrtstor zusperrt – auf einem privaten Parkplatz direkt am Meer einen sehr netten Stellplatz. Freedom Camping um NZD 0,– – so soll das sein. Der Security weist uns allerdings nicht darauf hin, dass auf diesem Parkplatz nur 3 Camper pro Nacht erlaubt sind (natürlich waren vor uns schon 3 dort) und wünscht uns eine gute Nacht. Der Security der das Gelände um 23 Uhr kontrolliert, nimmt es mit den Regeln allerdings etwas genauer und schickt uns freundlich aber doch bestimmt wieder auf die Suche. NZD 200,– Strafe sind uns dann doch zu viel. Während Noah und Chrisi schon hinten im Bett liegen, fahre ich durch die halbe Stadt um schlußendlich am Hafen einen Schlafplatz zu finden. Der Ausblick am Morgen entschädigt dann aber für die Strapazen der vergangenen Nacht. Direkt aus dem Camper haben wir einen traumhaften Ausblick aufs Meer und den Mount Maunganui. Nach ein bißchen Sand spielen am Strand und einen kleinen Abstecher ins Zentrum von Tauranga, erklimmen wir am Nachmittag den Mount Maunganui. Noah schläft wie so oft auf solchen Unternehmungen gemütlich in der Kraxe…
Die darauf folgende Nacht verbringen wir wieder als Freedom Camper direkt am Meer in einer kleinen Ortschaft namens Maketu. Ein total idylisches Plätzchen, wenn man einmal von den einheimischen Jugendlichen absieht, die bis 23 Uhr eine Kofferraumparty veranstalten. 😉
Am nächsten Tag steht am Vormittag die Besichtigung der Kiwiplantage Kiwi Country am Programm. Dort erfahren wir jede Menge interessante Facts zum Thema Kiwi, beispielsweise das jährlich zur Erntezeit ca. 20.000 Erntehelfer aus Australien, Asien und Ozeanien auf den neuseeländischen Kiwiplantagen arbeiten und das sich Neuseeland trotz der guten Lagerfähigkeit von Kiwis nur 9 von 12 Monate selbst mit Kiwis versorgen kann – wir haben uns schon gewundert, warum wir in den letzten Wochen überall nur italienische Kiwis bekommen haben.
Die restlichen 2 Tage verbringen wir in Rotorua, der Hauptstadt der heißen Quellen – oder der Stadt, die sie am besten vermarktet. 😉 Nachdem wir Rotorua vor 4 Jahren schon einen Besuch abgestattet haben, gehen wir es gemächlich an und sparen uns das Sightseeing in der Stadt. Ein paar Unternehmungen machen wir aber trotzdem – nur am Campingplatz ist auch langweilig, auch wenn Noah am liebsten stundenlang am Trampolin springen würde.
Gleich neben unserem Campingplatz befindet sich der öffentliche Naturpark Kuirau mit geothermischen Fußbädern und heißen Quellen. Noah ist beeindruckt und alles was er sagt „heiß, heiß, heiß“. 😉
Ganz nebenbei werden die Nächte mit jedem Tag anstrengender, weil Noah immer mehr Platz braucht.
Am nächsten Tag besuchen wir (nach einem kurzen Stadtbummel) das Whakarewarewa Thermal Village, welches nach wie vor von ca. 200 Maori bewohnt ist. Zusätzlich zu den heißen Quellen und Geysiren, wird eine Führung durch das Dorf und eine traditionelle Tanzvorführung inkl. Haka geboten.
Am letzten Tag steht nur noch die Rückfahrt nach Auckland und die Abgabe des Camper um (spätestens) 16 Uhr bevor – was sich wie erwartet knapp aber doch ausgeht. Ach ja, Greywater und WC müssen auch noch ausgeleert werden…